Sonntag, 14. Mai 2017

Das Radioteleskop in Effelsberg

Oder: Wie mein Mann mich heute sehr glücklich gemacht hat.




Astronomie ist eines meiner liebsten Themen. Leider bislang nur äußerst laienhaft, da ich über kaum Fachwissen verfüge und das Angelernte noch sehr lückenhaft ist. Aber ich lese und suche, ich schaue wo ich was lernen kann und möchte gern mehr vom Thema verstehen. Wie es mir möglich ist, eben.

Und da wir letzte Woche mal wieder, so ungefähr zum 100sten Male, den Film "Contact" gesehen haben,( mein absoluter Lieblingsfilm  nach der Vorlage des gleichnamigen Romanes, verfasst vom berühmten Astronomen Carl Sagan), habe ich wieder rumgequängelt, dass ich unbedingt mal ein echtes Radioteleskop sehen möchte, am Liebsten natürlich das ALMA in den Anden oder das Arecibo- Observatorium in Puerto Rico. 


Auf einmal sagt mein Mann ganz nebenbei:" Aber in Effelsberg warst du sicher schon, oder nicht?"
"Wiieeee? Was ist denn da?" "Nun, da steht ein nicht unerheblich großes Radioteleskop in der Gegend rum. Genau gesagt ist es sogar eines der beiden größten beweglichen Teleskope der Welt!"



Und das sagst du mir jetzt erst? Lange Rede, kurzer Sinn... heute waren wir dort, und ich war schlicht hin und weg. Dort zu stehen, dieses Bauwerk zu sehen und darüber nachzudenken, wofür es denn geschaffen wurde, war erhebend. 
Ich schreibe das so poetisch, aber in der Tat war das Gefühl erhebend, erhaben über die ganzen weltlichen Querelen, die  uns Tag für Tag ängstigen oder die Laune verderben. Hier geht es darum, das Große, Ganze zu verstehen. Etwas Übergeordnetes, etwas, was uns alle, die gesamte Menschheit betrifft. 



Und wie ich da so stehe und von einem Parallelleben als Astrophysikerin träume, fängt der Schirm an, sich zu bewegen! Was für ein Glück, dass wir gerade jetzt um diese Zeit da waren! Für mich ein echtes Erlebnis! 


Das Radioteleskop Effelsberg gehört zum Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Es wurde zwischen 1968 und 1971 von einer Arbeitsgemeinschaft des MAN Werks Gustavsburg und der Friedrich Krupp AG gebaut und am 1. August 1972 in Betrieb genommen. Die technischen Schwierigkeiten, ein Radioteleskop mit 100 m Durchmesser zu fertigen, rühren von der Verformung des Spiegels beim Bewegen und Kippen her, die die Konstruktionsstruktur der Parabolspiegel stört. In der Radioastronomie sind aber die geometrischen Eigenschaften solcher Spiegel ganz besonders interessant, weil die achsenparallel aufgefangenen Wellen alle in gleicher Phasenlage zum Brennpunkt reflektiert werden und damit maximale Verstärkung ermöglichen. Man hat daher mit Hilfe der Finite-Elemente-Methode die Konstruktion so berechnet, dass die in jeder Spiegelstellung und bei jeder Nachführbewegung eintretenden Verformungen des Spiegels wieder Paraboleigenschaften ergeben, so dass jeweils nur der Empfänger in den neuen Brennpunkt nachgefahren werden muss. Nach Fertigstellung des Radioteleskops konnte durch Messungen gezeigt werden, dass die ursprünglich angestrebte Toleranz des Spiegels von 1 mm deutlich unterschritten werden konnte. Derzeit (2012) beträgt die mittlere Abweichung vom idealen Paraboloiden weniger als 0,6 mm.
Die Tallage zwischen den umliegenden Bergen schützt das Teleskop weitestgehend vor irdischer Strahlung.[3] Sendestationen wurden aus dem Umfeld verbannt.
Etwa 45 % der Beobachtungszeit wird auswärtigen Astronomen zur Verfügung gestellt.
Quelle: Wikipedia

Wer gern weiterlesen möchte, weil ihn die Einsatzbereiche des Radioteleskopes interessieren, der wird hier auf der sehr guten Webseite fündig. 
Und sollte es Jemanden geben, den das Thema genau so interessiert wie mich, dann sei er hiermit an die "Sternengeschichten" von Dr. Florian Freistetter verwiesen. Der Mann erklärt sehr gut und die einzelnen Podcasts sind kurz und knackig!
Naja, und weil bei der ganzen Aktion auch der bleischwere Himmel eine Rolle gespielt hat, verlinke ich heute mal mit Katja Raumfees Aktion " in heaven"

Kommentare:

Astrid Ka hat gesagt…

Ich kenne es von Eifeltouren, habe aber nicht so ein Interesse an Astronomie wie du, dass ich es mir näher anschauen wollte. Deine Fotos bringen es mir aber doch näher...hab vor, demnächst mal wieder einen kleinen Abstecher zu machen....
Gute Nacht!
Astrid

Irmtraud Kesselring hat gesagt…

Danke, dass du uns teilhaben lässt.
Astronomie isst ein weites, interessantes Feld.
Einen sonnigen Wochenanfang wünscht dir
Irmi

fabol hat gesagt…

Sehr spannend! Es sieht gewaltig, fast ein wenig furchteinflößend aus. Das erste Foto finde ich besonders imposant.

Liebe grüße,
Veronika