Donnerstag, 23. Juni 2011

Ich war streiken!


Das immer mehr redlich arbeitende Menschen für gute Arbeit immer weniger Geld verdienen, ist eine tragische Tatsache. Gerade im Einzelhandel ist es so, dass Festarbeitsplätze mehr und mehr abgebaut werden, es kaum noch Festverträge gibt, sondern nur Halbjahreszusagen, Qualifikationen und Berufsjahre keinerlei Bedeutung mehr haben und seit Jahrzehnten zugestandene Gratifikationen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld rigoros abgeschafft werden. Überstunden werden nicht mehr bezahlt, sondern müssen "abgefeiert" werden, was seltenst möglich ist, da der Personalbestand in den Unternehmen so gering wie möglich gehalten wird.

Es wird gemobbt, gedrückt, gezwungen, bespitzelt und kontrolliert, um den Mitarbeiter zu jeder beliebigen Zeit feuern zu können. "Hire and fire!"


Die Löhne sollen so niedrig wie möglich gehalten werden, eine Einzelhandelskauffrau hat heutzutage ungefähr den halben Stundenlohn zu erwarten wie noch vor ein paar Jahren. Für einige von uns hat sich diese Änderung innerhalb kurzer Zeit ergeben, was sich fatal auf das wirtschaftliche Überleben von Mitarbeitern und Familien auswirkt. Nicht Wenige sind trotz Arbeit zu Hartz 4 Empfängern geworden, da das Geld, dass sie verdienen, hinten und vorn nicht mehr ausreicht.

Nun bin ich eigentlich eher der passive Typ, habe mich bisher nicht engagiert für eine Besserung eingesetzt, weil ich dachte, da geht sowieso nix.

Aber nach einem zweitägigen Streikaufruf im Einzelhandel bin ich eines Besseren belehrt worden! Wir können uns wehren und wir können mit dem Fernbleiben vom Arbeitsplatz unser ganzes Gewicht in die Waagschale werfen. Das es was bringt, zeigen die Streikergebnisse der Vergangenheit.

Und auch, wenn ich mich anfangs sehr unwohl gefühlt habe, weil dieses Revoluzzertum so gar nicht meiner Art entspricht, bin ich jetzt doch froh, dabei gewesen zu sein.
Für mein Selbstwertgefühl hat es alle Male was gebracht, und es ist gut zu wissen, dass es noch starke, solidarische Gemeinschaften gibt, die an einem Strang ziehen.
Daher will ich auch nicht mehr schimpfen, wenn die Lokführer bei der Bahn das nächste Mal in den Ausstand treten. :O)

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