Mittwoch, 30. Juli 2014

Besuch im Naturkundemuseum Monschau!

Was für ein gelungener Tag! Mit den Ferienkindern haben wir heute einen tollen Schulausflug gemacht. Ziel war das naturkundliche Museum im schönen Monschau in der Eifel . Von Aachen ist es fast ein Katzensprung dorthin, und eine Fahrt in die malerischen Dörfchen der Eifel kommen für mich immer einem Kurzurlaub gleich. Sogar mit 20 Kindern im Schlepptau! :)


 








Das Naturkundemuseum selbst ist eine bis ins kleinste Detail liebevoll und sorgsam ausgestattete, große Halle, in welcher präparierte Tiere aus heimischem Lebensraum und, darüber hinaus, auch noch aus Afrika gezeigt werden.

Am Anfang waren unsere sonst so vorlauten Schützlinge doch etwas eingeschüchtert ob der Fülle der lebensecht dargestellten Exponate. Und die ersten, entrüsteten Fragen, die sich an unsere sehr fähigen Museumsführer richteten, waren natürlich:" Warum habt ihr die ganzen, süßen Tiere getötet? Nur, damit die hier rumstehen können! Das finde ich ganz doooof!"



 
 

Herr Carl und sein Kollege erklärten den jungen Tierschutzaktivisten dann auf eine wunderbar kindgerechte Art, dass die meisten Tiere durch natürliche Ursachen ums Leben gekommen sind. Viele sind dem Museum übergeben worden, nachdem Tierärzte nichts mehr für sie tun konnten. Nicht Wenige stammen aus Unfällen auf dem Feld oder auf der Straße. Jedes Tier wird erst präpariert, wenn die Erlaubnis dazu erteilt wurde. Sonst könnte ja jemand auf die Idee kommen, Tiere zu töten und sie zu diesem Zweck zu verkaufen! Das haben die Steppkes verstanden.

Nichtsdestotrotz verschwiegen Herr Carl und Herr Hermanns den Kindern nicht, dass einige der Hirsche, Rehe, Wildschweine usw. eben auch gejagt und erlegt wurden. Mit einfühlsamen Worten verstanden sie es, den Kindern das Klischee vom blutrünstigen Jäger, das die meisten tatsächlich schon so im Kopf hatten, zu relativieren. Sie erklärten, dass ein richtiger Jäger in erster Linie die Pflicht hat, sich für den Schutz der Tiere einzusetzen. Dazu gehört ein großes Grundwissen um Bedürfnisse, Lebensraum, Krankheiten und Verhaltensweisen der einzelnen Geschöpfe. Er verheimlichte aber auch nicht, dass ein Jäger dann und wann ein krankes oder schwaches Tier erlegen muss, und dass, damit das Gleichgewicht im Wald gewahrt bleibt, es jedes Jahr eine gewisse Anzahl an Tieren gibt, die zum Abschuss freigegeben sind. Bei ihren Ausführungen merkte man den Museumsführern eine tiefe Liebe und Hingabe an die Sache an.

Nach einer kurzen Pause ging es eine Treppe hoch, und die Kinder staunten nicht schlecht, als sie plötzlich von einer Giraffe, verschiedenen Antilopen, Schlangen, Krokodilen, Bären, Wölfen und sogar einem Leoparden umringt waren. Diese Exponate wurden dem Museum zum größten Teil von Privatmännern zur Verfügung gestellt.





Über die Trophäenjagd in Afrika oder in anderen betroffenen Ländern kann man geteilter Meinung sein. Aber auch hier wurde uns plausibel erklärt, dass gerade in Namibia, wo die meisten Menschen wohl Farmer sind, Löwen und Leoparden sowie andere Raubtiere aufs schärfste bekämpft werden, eben, damit die Viehbestände nicht so hohe Verluste erleiden. Demzufolge sei die Zahl der Antilopen, deren natürliche Feinde dadurch nach und nach von der Bildfläche verschwinden, in die Höhe geschnellt. Da zu viele Huftiere die mageren Baumbestände sehr schnell dezimieren würden, und es in der Trockenheit der Halbwüste lange dauert, bis wieder Neues wächst, müssen einige von ihnen geschossen werden.

Das leuchtet mir vom Grundsatz ein, aber die vielen Fotos mit dem geschossenen Großwild als Trophäe sprechen für mich eine andere Sprache. Wo der Mensch eingreift, herrscht Ungleichgewicht. Das macht solche Dinge wohl nötig....

Zu guter Letzt gab es noch einen Erlebnisweg mit Fühlkästen und der Möglichkeit, sich Hufspuren in ein Stück Ton zu pressen. Ich muss sagen, dass es ein schönes Erlebnis war und ziehe meinen Hut vor den Führern, die es geschafft haben, unsere Minis für fast 2 Stunden trotz einer großen Menge Text zu begeistern und zu fesseln.

Die Rückfahrt verlief relativ ruhig und stressfrei. Ist doch legitim, den Kindern zu sagen, wer am Längsten so tun kann, als würde er schlafen, hat gewonnen??? Oder????





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