Dienstag, 22. Juli 2014

Erinnerungen an liebe Menschen

Es gibt nicht viele Dinge, an denen mein Herz hängt. Schmuck und Tand begeistern mich nicht, Besitztümer nur, wenn sie ihren Dienst tun. Die wenigen Stücke, die eine Bedeutung für mich haben, sind wohl alle weder wertvoll noch kostbar im eigentlichen Sinne, die meisten sind nicht einmal schön.

Als ich noch ein kleines Mädchen war, bin ich sehr oft über das Wochenende bei meiner Tante Hedi zu Besuch gewesen. Bei uns zu Hause war, dank eines alkoholabhängigen Vaters, meist im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los, und die Zeiten bei Tante Hedi waren für mich der Himmel.
Sie bewohnte mit Onkel Karl eine hübsche Dachgeschosswohnung, und ich erinnere mich noch genau an die Einrichtung, den Duft, der dort vorherrschte und auch an die Dekoration, die sie Jahr und Tag auf dem Nußbaumsideboard im Wohnzimmer stehen hatte.
Es handelte sich um verschiedene Porzellanpüppchen, die ich immer anschauen, aber niemals anfassen durfte. Irgendwann einmal vor langer Zeit sagte meine Tante zu mir, ich solle die Porzellanfiguren nach ihrem Tod an mich nehmen und gut verwahren. Dies tat ich, und nun stehen sie in meinem Regal, nicht besonders modern, nicht mal schön anzuschauen, aber für mich äußerst wertvoll.






 
Ein buntes Sammelsurium. Es ist sehr traurig, dass mir keine Einzelheiten über Alter oder Herkunft der Figuren bekannt sind. Was ich weiß ist, dass sie mindestens 80 Jahre alt sein müssen. Wenn es nach mir geht, dürfen sie gern noch viel älter werden.
 
 
Dann ist da noch dieses Schachspiel, von meinen drei Kindern als wundervolles Geburtstagsgeschenk eigenhändig hergestellt, weil sie um die Schachleidenschaft ihrer Mutter wussten und das "beste Geschenk der Welt" für die Mama haben wollten! Meine Geliebten, seid sicher, es ist das beste Geschenk ever!!! gewesen. Dem Nahe kommt vielleicht noch das mühsam einstudierte Lied auf Gitarre, Bass und Keyboard, mit welchem sie mich an einem anderen Geburtstagsmorgen überrascht haben. Immer, wenn ich daran denke, kommen mir noch Tränen der Rührung.
 
 
 
..... und zu guter Letzt gibt es diese zwei Steine. Ein Dioptas aus Afrika, der einen Anfang symbolisierte, und eine Strandgutscherbe aus Barcelona, die ein Ende besiegelte.....
 
 

 
 
 
 






Kommentare:

Elisabeth Palzkill hat gesagt…

Liebe Gabi,

ich kann das nachvollziehen.
Mein Herz hängt auch nicht an materiellen Dingen.

Erinnerungsstücke sind kostbar.

Sonnige Grüße
Elisabeth

Rostrose hat gesagt…

Liebe Gabi,
ich finde diese Porzellanfigürchen sogar sehr hübsch, vor allem die ersten beiden. Die Dame im Turndress erinnert mich an ein Jugendbuch, das aus dem Fundus meiner Mutter, 88, stammt ("Liesel und Ursel, die beiden Sportsmädel" :o)) und das ich ebenfalls sehr hüte. Es kommt nicht darauf an, ob diese Dinge anderen Menschen zusagen würden - sie gehören zu einem wichtigen Teil der eigenen Geschichte und das gibt ihnen Bedeutung. Und was die selbstgemachten Gechenke der Kiner betrifft, die sind sowieso unersetzlich und herrlich. Ein tolles Schachbrett haben dir deine Lieben gemacht! Falls es dich interessiert, kannst du dir im Unterteil dieses älteren Postings von mir die rührende Krippe ansehen, die mein liebes Tochterkind vor langer Zeit für mich gemacht hat: http://rostrose.blogspot.co.at/2011/01/darf-ich-vorstellen.html
Danke für dein lieben Zeilen bei mir!!!
Ganz herzliche Rostrosengrüße, Traude
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Sarah Hideaway hat gesagt…

Liebe Gabi,
die Figuren stehen für einen sicheren Ort, oder? Von allen Geschenken, die ich je bekommen habe, liebe ich die selbstgemachten von meinen Kindern auch am meisten...
Alles Liebe Sarah