Dienstag, 31. März 2015

Mollig, rund, dick, dünn,...

... mager, hager, schlank, plus size, skinny, dürr, fett, usw. usw. 1000 Begriffe, die nur manchmal beschreibend genutzt werden. Viel öfter transportieren sie eine Botschaft, die der so bezeichneten Person klar machen soll, was man von ihrem Äußeren und damit von ihr selbst hält. Eine ganze Industrie verdient sich dumm und dämlich an der Hackordnung der Eitelkeit und der daraus resultierenden Selbstkritik, an unserer Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, an der Hoffnung, mit irgend einem neuen Mittel, mit einem anderen Weg nun endlich die gewünschte Hülle kreieren zu können.

Ich persönlich mag es nicht mehr hören. Weder in die eine noch in die andere Richtung. Deswegen hier ein Plädoyer für die Freude am Leben und so viel Gesundheit wie möglich mit der ganz eigenen, persönlichen Kleidergröße. 

Und ein paar Gedanken dazu, wie es kommen kann, dass eine Figur sich drastisch verändert. Kleiner Rückblick auf mein Leben: 

Ich war in unserer Familie immer die Robuste, Gesunde, die, die keine Krankheit umhaut. Meine 3 älteren Geschwister, besonders die beiden "großen" waren schmal und zart und kränklich, sie hatten mit Asthma zu kämpfen. Ich war nicht dick, aber pumperlgsund, wie man es vielleicht nennen könnte.... :)





Wonnepröppchen.... aber fett?
Als Kind war ich normal gewichtig, es gab nicht übermäßig viel zu Essen bei uns zu Hause, normale Mahlzeiten, kaum Süßigkeiten. Extras gab es eigentlich nur, wenn meine Tante zu Besuch kam. 
Als ich ca.9 Jahre alt war, kam es zur Trennung meiner Eltern. Das war sicherlich gut und richtig, aber es war eine sehr harte Zeit, wie ich im Nachhinein finde. Ich denke, damit ist es zu begründen, dass ich auf einmal mit 10 Jahren ziemlich mollig war! Ich habe in der Zeit der Trennung weder mehr gegessen noch mich weniger bewegt oder dergleichen, es kam einfach so und blieb erstmal. 

Merkwürdigerweise wurde ich von da an ganz anders behandelt. Mir wurde bedeutet, dass ich selbst schuld sei, dass ich eben nicht so viel essen solle (???), dass ich "verfressen" sei, meine Oma prophezeite mir, ich würde sicherlich mal an "Herzverfettung" sterben, weil ich ja so ein Vielfrass wäre.... und mein Vater versuchte mir Essen zu verleiden indem er mich aufforderte, ich solle mir ein schönes Stück Fleisch vorstellen, mit leckerer Soße und Gemüse, und "jetzt stell dir vor, da kommen ganz ekelige Maden und Würmer raus und die ringeln sich über den Teller. Jetzt hast du keinen Hunger mehr, du kleine Dickmadam, oder?" Und ich fühlte mich wie ein Versager, wie der unfähigste Mensch, wusste dabei aber gar nicht, was ich falsch machte. Weder plünderte ich des Nachts den Kühlschrank noch kaufte ich mir heimlich Süßigkeiten. Aber ich war anscheinend wohl ein ganz schreckliches Kind. Ich war schuld, dass die Anderen sich für mich schämen mussten. Ich war diejenige, die es nicht hin bekam. Ich war wohl irgendwie anders und nicht so wertvoll. Ich war 10. 

Mit 12 war mein Selbstbewusstsein auf dem Nullpunkt. Ich hasste mich und lehnte mich genau für die Dinge ab, die mir immer wieder vorgeworfen wurden. Denn wenn du dick bist, heißt das ja oftmals auch, dass du faul und zu nichts nütze bist. So der Volksmund.  Und ich begann zu hungern. Und es klappte. Sogar sehr gut! Mit 14 war ich schlank, mit 15 war ich dürr. Ich spielte damals Eishockey in der Damenliga, das hieß jeden Tag Training, und ich ernährte mich von ca. 800 bis allerhöchstens 1000 kk pro Tag.

... auf dem Weg von der "kleinen Dickmadam" zum dürren Teenie. Man beachte den Gesichtsausdruck... ich weiß noch, dass ich total cool aussehen wollte :)) Naaaja.
Endlich hatte die Hetzjagd ein Ende! Ich war wie die Anderen! Jungs beachteten mich! Die Schwindelanfälle nah an der Ohnmacht und das Einschlafen in der Schule fand ich mal nicht so schlimm. Ich hätte es auch niemals in Zusammenhang gebracht mit meiner desolaten Ernährungsweise! Ich hatte keine Ahnung, was mein Körper braucht, wollte nur nicht dick sein. 

Dünn ging es weiter, mit einigen schwangerschaftsbedingten Spitzen nach oben, aber auch wieder hinunter. Nach dem dritten Kind war ich schlank. Bis auf 4 Kilo, die dann auch recht schnell weg waren, war soweit alles ok. Solange, bis mein Leben explodierte. 

Der Zeitraum, in welchem die Trennung vom Vater meiner Kinder stattfand, war die erste Zeit in meinem Leben , in welcher ich tatsächlich viel gegessen habe! Ich stand quasi neben mir und schaute mir zu, wie ich es einfach nicht mehr hin bekam, nur meine sorgsam gewählten Miniportionen zu wählen. Essen war in dieser Zeit sicher, beruhigend, und es war als einzige Krücke immer für mich da. Man ahnt es....nach ca. 1 Jahr war ich von Kleidergröße 38 auf Kleidergröße 46 angewachsen. 
Es folgte Diätversuch über Diätversuch, super tolle Erfolge, nur merkwürdigerweise hielten diese immer nur eine bestimmte Zeit an, dann nahm ich wieder zu, immer etwas mehr als zuvor. Mein Leben fand in dieser Zeit nicht statt, denn mein Kopf spielte wieder das alte "Wertlos" Lied. Es hieß: Wenn ich erst schlank bin, dann werde ich.....! Und bis dahin bin ich ein Nichts.

Bei Größe 52 hörte ich auf, es zu versuchen. Ich gab auf. Hatte Angst, durch die ganze Punktezählerei, durch  die Shakes, durch Suppen und Hungern irgendwann bei Größe 60 anzukommen. Und was soll ich sagen, sobald ich das Karussell der Eitelkeiten verließ, nahm ich nicht mehr zu. Mein Gewicht blieb konstant, ich aß wenn ich Hunger hatte, und schaute nicht besonders darauf, was ich aß, aber es passierte nichts Schlimmes. Interessanterweise trieb ich die ganze Zeit über Sport.. außer in den Schwangerschaften war ich immer irgendwo aktiv. Zwar keinen Mannschaftssport mehr, aber ich war im Sportverein, später im Fitnessstudio.

Allein erziehend und versorgend, mit drei Kindern und einem Vollzeitjob, hatte ich anderes zu tun, als ständig an mir herumzukritteln, und so blieb es eine Weile so. Bis ich meinen jetzigen Mann kennen lernte, der mich mit jedem Pfund so liebte und so nahm, wie ich bin. Der mich immer schön fand und mir dies auch sagte. Endlich war da Geborgenheit und Annahme, und das tat so gut. Und interessanterweise führte das mit der Zeit dazu, dass die Pfunde wieder ein wenig purzelten. Ohne Diät, denn die brauchte ich ja nicht machen!

Angekommen bin ich zur Zeit bei Größe 46/48 und fühle mich gut. Mein Aussehen ist für mich ok, meine Gesundheit ist ok, meine Beweglichkeit auch. Wenn irgendwann mal stressfrei noch ein paar Pfunde gehen möchten, dann dürfen sie das tun, aber ich werde mich nie mehr in diese erniedrigende Prozedur des Hungerns und des Zunehmens begeben. Die Pfunde, die runter sind, sind nicht weg, weil ich gehungert habe. Soviel steht fest.

Natürlich heißt dass nicht, dass ich mich nicht gesund ernähren möchte, wie man auch an meinen Zuckersparversuchen und der Smoothieobsession sieht. Aber ich gehe nicht mehr hin und streiche mir jede Kartoffel vom Punkteplan ab.....


Warum mache ich mich hier so nackig? Aus oben genanntem Grund. Ich mag es nicht mehr hören, nicht mehr lesen, nicht mehr spüren, dass verschiedene Gewichtsklassen anders be- oder verurteilt werden. Es gibt unendlich viele Geschichten, die der meinigen ähneln. Und immer haben sie etwas mit Kontrollverlust durch Angst oder Gram, mit Einsamkeit und mit fehlender Sicherheit zu tun. Die meisten Dicken sind Meister im diäten, im hungern. Viele haben im laufe ihrer Diätkarriere ihr eigenes Gewicht schon ab- und wieder zugenommen. 

 Es ist interessant, wie stark gewisse Vorurteile in den Köpfen der meisten Menschen verankert sind. Dicke sind verfressen, sind faul, sind unsauber, zu nichts nutze, sie liegen dem Bürger auf der Tasche, sie werden eher krank, und so weiter. Wie oft musste ich mit Höchstgewicht erst beweisen dass mein Hirn nicht verfettet ist und ich sehr wohl im Stande bin, Zusammenhänge zu begreifen und sogar komplexe Arbeiten fehlerfrei auszuführen....

Auch bei den Kleinen an meinem Arbeitsplatz finden sich diese Vorurteile schon zu Hauf. Man hört genau, wie zu Hause geredet wird, denn die Kinder formulieren die Dinge, die die Erwachsenen denken.
Untereinander sind die Steppkes heute gnädiger als früher. Ein Ausgrenzen findet nicht mehr so häufig statt wie damals, zu meiner Schulzeit. Das ist Etwas, was mich sehr freut! Aber im Umgang mit den robuster gebauten Erwachsenen hört man doch so dann und wann:" Frau Pyrgus, du hast aber einen dickeren Bauch als Frau K.!" Und ein anderes Kind: "Sowas sagt man doch nicht, Paul!" Ich versuche dann immer, den Kindern zu vermitteln, dass sie ganz normal mit den verschiedenen Menschen umgehen dürfen. Dass sie dick "dick" nennen dürfen und dünn "dünn", und das es darauf nicht ankommt sondern auf den Menschen, den sie ja augenscheinlich mögen! Dass es dickere, schöne Menschen gibt und dünnere, und dass sie sich die Menschen um sie herum immer mal genauer anschauen sollen, dann werden sie sicherlich etwas Schönes an jedem entdecken!

Den molligen Kindern mache ich Mut, mitzuspielen, zu turnen, zu rennen, auszuprobieren was geht, sie selbst zu sein, zu sich zu stehen. Aber ich möchte auch, dass sie lernen, ihre ganz persönlichen Grenzen wahrzunehmen. Wenn eine Rolle auf der Stange nicht geht, weil der Bauch im Weg ist, dann geht das erst mal nicht. Auch das darf sein. Sie sollen sich selbst achten, wie sie sind, denn es ist nicht sicher, ob sie einmal schlank sein werden. Genetische Vorbelastung, falsche Ernährung im Elternhaus, alles Mögliche kann dazu führen, dass sie es nicht schaffen werden, ihre Figur zu verändern. Deswegen müssen sie lernen, schon jetzt glücklich zu leben. Sie sollen sich nicht schuldig fühlen.

Einem kleinen Jungen, der ordentlich was auf den Rippen hat, sage ich manchmal:" M., weißt du was, wenn du mal Muskeltraining machst, dann kriegst du ganz schnell schöne Muskeln, dass sieht man deinem Körperbau schon an!" Warum sollte man die Kinder verantwortlich machen für ihr hohes Gewicht? Ihnen vielleicht noch mit Hohn und Verachtung entgegen treten.... Man kann sie nur ermutigen, sich viel zu bewegen und man kann versuchen, über Essgewohnheiten aufzuklären. Mit gesundem Essen und genügend Bewegung ist schon viel gewonnen.

 Vorurteile und falsche Annahmen, die sich in unseren Köpfen befinden, sind veränderbar. Wir können und sollten die Kiste mit übernommenen und angelernten Gedanken über Andere genau so ausmisten und überarbeiten wie unsere Kleiderschränke... ich bemühe mich, jedem Menschen so neutral wie möglich gegenüber zu treten. Dies ist natürlich anfangs schwer, wird aber immer mehr zur Gewohnheit! Und es lohnt sich!







Samstag, 28. März 2015

In heaven..... Fingerzeig zu Katja Raumfee!

In heaven ist eine Aktion der Raumfee. Jedes Wochenende kann man dort seine Himmelsbilder verlinken. Eine sehr schöne Sache, wie ich finde!


...das Bild ist noch vom Frühwinter.... ziehende Kraniche ...

Heute gibt es bei mir keinen großen Text zum Bild, ich verlinke einfach nur, um damit auf den sehr treffenden Beitrag von Katja alias Raumfee aufmerksam zu machen. Ihre gut formulierten Gedanken sind sehr lesenswert, ich unterschreibe diese Worte vorbehaltslos!


Montag, 23. März 2015

Unerhört!!! Die Lizenz zum Essen ;)

Alle wollen abnehmen, kaum einer schafft es. Obst essen und Sport treiben, dann purzeln die Kilos? Von wegen! Doch jeder, der sich mit dem Problem herumschlägt, fragt sich: Was hilft denn nun wirklich? Nach allem, was Medizin, Ernährungswissenschaft und Psychologie wissen, kann es nur eine Antwort geben: Schluss mit Stress, Verzicht und schlechtem Gewissen beim Essen. Genießen Sie, worauf Sie am meisten Appetit haben! Dieses revolutionäre Buch des Mediziners Gunter Frank ist die Lizenz zum Essen....



Der Buchrückentext hört sich für Menschen, die sich eine Menge Stress um das Essen machen, ( so wie ich oftmals) wie eine Befreiung an. Tatsächlich liefert dieses Buch handfeste Fakten über die Vorgänge im Körper, die zu einer unerwünschten Veränderung des Körpergewichts führen können. Der Mensch, der niemals auch nur annähernd mit Über- oder Untergewicht kämpfen musste, ist manchmal schnell mit einem Pauschalurteil dabei. Tatsächlich geht es um viel, viel mehr als Essen und Bewegung.
Lizenz zum Essen heißt nun nicht, stopfen Sie alles wahllos in sich hinein, oder, anders herum, essen Sie einfach gar nichts, wenn Sie nicht wollen, sondern zeigt die Abläufe Körper und nimmt Bezug auf langfristig angelegte, wissenschaftliche Studien.
Man versteht plötzlich, was geschieht und kann viel besser einschätzen, warum man das Gewicht hat. welches man hat. Ich war schon sehr schlank und auch schon sehr mollig, und mir war immer klar, mit dem Essen und der Bewegung kann das nur bedingt zu tun haben. Gegessen habe ich als "Dünne" mehr, und auch als Pummelelfe habe ich regelmäßig Sport getrieben. Also muss es noch andere Faktoren geben, die maßgeblich sind. Bin noch fast am Anfang und es liest sich sehr interessant!

Diesen Beitrag habe ich bei Frau Rostrose verlinkt!

Sonntag, 22. März 2015

Wochen(glück)rückblick bei Fräulein Ordnung

Fräulein Ordnung fragt samstags immer nach, was uns die vergangene Woche über besonders glücklich gemacht hat.... diese Woche gab es da Einiges, und das möchte ich gern teilen:
 
 
Ganz großes Kino: Die Kinder unserer OGS haben eine Woche lang an einem Schwarzlichttheaterauftritt gearbeitet, den sie dann am Freitag nachmittag stolz den Eltern präsentiert haben. Mit dem Handy ließen sich nicht so viele, gute Fotos im Dunklen machen, daher hier stellvertretend nur das beste:


Zwar war manches noch ein bisschen unkoordiniert und nicht ganz so perfekt, aber darum ging es auch gar nicht, die Kinder waren mit Begeisterung und Spaß dabei und haben eine ganz neue, tolle Erfahrung machen können.



Dann habe ich , nach langer Zeit, mal wieder einen Kuchen gebacken, und zwar diesen hier vom Blog der Fräulein Ordnung. Er sah so lecker aus, der musste einfach mal probiert werden. Ich habe ein wenig abgewandelt und mit Erythritol gebacken, war trotzdem sehr lecker! Vom fertigen Kuchen gibt es leider kein Bild, der kam flugs auf die Kaffeetafel und wurde verspeist. Sah aber so ähnlich aus wie das Grundmodell, nur eckig :)
Vielleicht sollte ich mal erzählen, warum ich so lange nicht gebacken habe? Das lag daran, dass ich meinen Minibackofen in Brand gesetzt hatte! War arg in Gedanken und hatte meine Silikonbackformen nicht rausgenommen. Diese waren in Berührung mit der Heizspirale und  nach einiger Zeit roch es so komisch und qualmte auch.... Ich ging in die Küche und sah die Flammen aus dem Ofen schlagen wahaaaahhhhh!!! Naja. Der Mann hat das Öfchen nun durchgecheckt, ich habe meinen Schock überwunden und es kann weitergehen....
 
Tja, und dann habe ich mir das Sauerkraut mal endlich wieder abschneiden lassen, Stroh zu Gold spinnen lassen... ihr wisst schon: Friseur. Das wurde auch Zeit! Seit einem halben Jahr war ich nicht mehr und wenn bei mir was wächst, dann Haare aller Art! Nun sind sie wieder schön bobbig und noch ein bissl blonder als blond, jetzt fühle ich mich wieder ordentlich :)




Mein TGV ist fast fertig!!!

Nur noch abnadeln..... jetzt, wo es fast warm wird, ist mein kuschelig weicher TGV Schal fertig geworden.... war aber auch eine Arbeit, zum Schluss hat eine Löcherreihe fast eine Stunde gedauert.
Er gefällt mir ganz gut, die Farben, Eisblau, Schneeweiß und Hellbraun sind zwar eher was für den Winter, das macht aber nichts. Der nächste Winter kommt bestimmt. Die Anleitung habe ich auf Ravelry gekauft und am Schluss die Lochkante nach eigener Vorstellung gearbeitet. Auf den Fotos sieht man noch nicht so viel, ich werde ihn noch getragen präsentieren.






Mir fällt immer wieder auf, dass meinen Strickstücken das Quäntchen Perfektion fehlt, dass ich gern hätte.... und mittlerweile denke ich, das kommt wohl auch nicht mehr... in Blogposts anderer strickbegeisterter Bloggerinnen sehen die Sachen immer aus wie... gekauft :)
Aber das ist nicht so schlimm, meine Begeisterung ist ungebrochen und ich werde mich jetzt an einem Häkelschal versuchen, denke ich :)

Freitag, 13. März 2015

Noch mal anders.

Keine Osterdeko, keine Blümchen, keinerlei Zierrat schmücket mein Heim. Ich mach nix mehr! Die zwei silbernen Hirsche halten zusammen mit den selbstgefilzten  Bällchen die Stellung, das muss an Dekorationsmaterial reichen!!!
 
Denn:
 
Wir ziehen um!!! Wir tun es tatsächlich noch mal. Raus aus der netten, aber kalten Erdgeschosswohnung, wo mir jeder Nachbar, der seinen Müll wegbringt, über den Balkon hinweg freundlich zuwinkt, während ich versuche, ein stilles Eckchen zum unauffälligen Ankleiden zu finden...:)
Und hinein in eine kleine, feine, frisch renovierte Wohnung im zweiten Stock, mit : G A R T E N!
Eine atemberaubende Aussicht inklusive. Ich freue mich! Zwar muss ich dann künftig mit dem Bus zur Arbeit, aber das ist nur ein kleines Opfer.

Bild von Dasha

 
Und so nimmt meine Ausmisterei nun abenteuerliche Formen an. Echt, ich glaube, ich besitze nur noch ein Drittel an Kleidungsstücken. Sonstige Besitztümer horte ich nicht, ein paar Bücher, Wolle, Bastelsachen.... die müssen natürlich mit. Und die ganzen digitalen Endgeräte vom Mann!
 
Sagte ich schon, dass ich mich freue? Denn es ist nicht lustig, wenn man bei einer Heizung, die volle Pulle läuft, noch eine Strickjacke tragen und sich in Fleecedecken einmummeln muss. Aber gut, noch drei Monate, dann ist das vorbei!
 
Ich hoffe, dass wir dann endlich ein Zuhause gefunden haben, in welchem wir uns wohl fühlen, und welches wir zu einem Zuhause der Seele machen können. Denn das fehlt mir immer noch. Ein warmer, sonniger, heller, schöner Ort, wo jeder gern hinkommt und wo man glücklich und zufrieden ist.
 
Ich hoffe, man kann einen grünen Daumen bekommen und muss ihn nicht von Anfang an haben!!! Werde mich jetzt erst mal in entsprechenden Gartenforen anmelden und schauen, was so möglich ist. Bislang hatte ich erst einmal einen Garten, und das war so ein kleines Handtuch mit Spielrasen. Dieser hier ist alt und knorrig und verwunschen und läd zum Bepflanzen mit romantischem Gewächs ein... wilde Rosen..... verschiedene Gräser... was ich möchte, weiß ich genau, wie man es pflanzt noch nicht. :) Aber da darf ich wieder was dazu lernen.


Bild von Boris Kyurkchiev

Montag, 9. März 2015

Schäfchenwolken......

....endlich wieder! Wolkengebilde sind allemale faszinierend. Die zarten, plüschigen Schäfchenwolken jedoch erwecken in mir immer ein ganz besonderes Gefühl.... bestimmt ist es eine Kindheitserinnerung, von Sommertagen, von Blumenwiesen, von summenden Bienen, von einem feinen, lauen Lüftchen und von "indenhimmelschauenträumengarnixtun".....



 

Na toll.... jetzt lese ich gerade noch mal bei Wikipedia, um mein Wissen über Wolken zu erweitern, und da steht, dass "meine" Wolken gar keine richtigen Schäfchenwolken (Cirrocumulus) sind, sondern eher eine verwandte Art, die Altocumulus. Während Erstere wohl sehr zart und durchscheinend daher kommen, zumeist aus Eiskristallen bestehend, sind "meine" Wolken doch schon ein bisschen massiver und bestehen vornehmlich aus Wassertröpfchen.
 
Ach, so genau wollte ich es jetzt doch nicht wissen, ich will ja nur den Anblick genießen und nicht das Wetter vorhersagen... daher verlinke ich die beiden entsprechenden Artikel nur und genieße meine gestern gemachten Fotos, da heute eine feuchte, graue Nebelsuppe die Frühlingslaune vermiesen will....

Der Wanderer und die Wolke


 Spruchgedicht von Karl Mayer

 

Windgejagt und mir entgegen
Ziehst du, Wolk‘, auf meinen Wegen.
Jag‘ mit dir, ich bitte dich,
All meine Sorgen hinter mich!
 
Karl Mayer, 1854

 
 
Meine Beinaheschäfchenwolken verlinke ich zu Katja Raumfees "in heaven" Aktion!

Freitag, 6. März 2015

Erdung.

Manchmal muss ich mich wieder erden, rauskommen aus dem Trott und den immer gleichen Gedanken um neuen Tiefgang zu erhalten und meine Seele zu spüren. Wenn zu viele Dinge passieren, für die ich mich ungewollt verbiegen muss, führt dies früher oder später dazu, dass ich mich mehr oder weniger "selbst vergesse".  Früher war das ganz schlimm, aber mittlerweile habe ich einige Rituale gefunden und auch Dinge, die mich an das erinnern, was mir wirklich wichtig ist, und was mein Leben eigentlich ausmachen soll.
 
Musik. Die Lieder von Reinhard Mey begleiten mich schon mein ganzes Leben. Seine klare Sprache, schöne Stimme und kristallklare Sichtweise wirken sehr heilsam. Eben fand ich dieses traurige und aufrüttelnde Lied von ihm. Ich kannte es noch gar nicht.....

 
 
Mit Wolle umgehen, handarbeiten. Momentan stricke ich mir einen TGV Schal von hier (klick), und Masche für Masche finde ich wieder zu meiner Mitte. Stricken als Meditation.
 
 
 
 
Ein schöner Spaziergang, ein frischer Blick auf die Wunder dieser Welt, ein passendes Gedicht oder Zitat, und die Tür öffnet sich wieder....
 




 

 

 
 
 
 
 
Lehre uns bedenken, das wir sterben müssen, auf das wir klug werden....
Psalm 90:12
 
Starke Worte, aber ja! Es stimmt. Nur, wenn wir uns bewusst werden, dass unsere Zeit begrenzt ist, geben wir den Dingen die wir tun und erleben, den wahren Wert und sehen die Notwendigkeit, uns wieder zu erden......
 
 
 
 

Dienstag, 3. März 2015

Vorlesen für Erstklässler.....

Ich mache das so gerne..... vorlesen. Und umso mehr freut es mich, dass auch die OGS Erstklässler das Vorlesen lieben. Jeden Mittag, wenn wir Essen gehen, warte ich, bis jedes Kind seinen Teller gefüllt hat. Dann wird es leiser, immer leiser, denn alle sind schon gespannt darauf, wie es mit der kleinen Ritterin "Igraine Ohnefurcht" weitergeht!




Igraine lebt auf Burg Bibernell, zusammen mit ihren Eltern, Sir Lamorak und der schönen Melisande. Auch ihr Bruder Albert wohnt dort. Die Eltern und Albert sind begnadete Zauberer, nur Igraine, die will nicht zaubern, sondern eine tapfere Ritterin werden. Die Geschichte handelt davon, wie Igraine sich allein auf den Weg macht, um die Burg  Bibernell vor dem Bösen Sir Gilgalad zu retten.

Ein sehr schön geschriebenes Buch von Cornelia Funke, das bewusst die sonst so eingefahrenen Rollen vertauscht! Während Albert lieber in der Burg bleibt und die lebendigen Zauberbücher studiert, möchte Igraine Abenteuer erleben und als Ritterin ihrem Großvater in dessen Fußstapfen folgen.

Normalerweise ist es nicht so leicht, 30 quirlige, zappelige Erstklässler am Esstisch ruhig zu bekommen. Mit dieser Geschichte ein Kinderspiel. Spannend und pädagogisch wertvoll :)