Dienstag, 30. Juni 2015

Geschichtsstunde vom Sofa.

Ja, so kann es gehen. Eben noch fit und voller Tatendrang, entpuppt sich eine vermeintliche Erkältung als Wundrose, die nahezu unbeachtet freudig die Wade hochklettert und mich erbarmungslos auf den Rücken wirft.Immerhin hat es auch was Gutes, wenn man im Fieberwahn meint, die verstorbene Mama sitzt am Bett und betüddelt einen.....

Ich hatte doch so viel vor! Der Garten! Die Möbel kommen! Wir haben Ferienbetreuung in der Schule! Aber nein, das Bein muss hoch gelagert werden, ich schieße mich mit Megadosen leckeren Antibiotikums ab und ertrage das ekelige Gefühl, dass es auch mich mal schlimmer treffen kann als die üblichen kleinen Infekte.

 

Hilft nix, Jammern erst recht nicht. Nach einem Blick durchs Fenster  in den morgendlichen  Garten und dem Vorsatz, jede Stunde einfach für 10 Minuten aufzustehen und schnell das Nötigste im Haushalt zu machen versinke ich mit dem Notebook wieder im Sofa. Ok, ich wollte meine innere Ruhe wiederfinden, aber doch nicht sooo.


Zeit genug, um noch ein bisschen in der Geschichte dieser interessanten Vorstadt Aachens zu schmökern.....

Die Gegend um Herzogenrath war wohl schon in der Altsteinzeit um 500.000 vor Christus von Jägern und Sammlern besiedelt. Das lassen Funde von primitivem Werkzeug  wie z.B. Faustkeile vermuten. Auch die Kelten haben hier gesiedelt, was sich durch den Fund einer keltischen Siedlung belegen lässt, die man bei Restaurationsarbeiten an der Pfarre St. Gertrud fand. Die Pfarre heißt auch Afden. Dieser Name setzt sich zusammen aus den keltischen Worten für Wohnung oder Siedlung und Fluss und bedeutet Siedlung am Fluss.

Quelle: Wikimedia commons,Pedro_ximenez

Um etwa 50 nach Christus besiedelten auch die Römer die Gegend um Herzogenrath, davon zeugen zahlreiche Funde von Gegenständen und Fundamenten von römischen Villen und Tempeln. Die Besiedelung durch die Römer, welche aus strategischen Zwecken ihre Heerstraßen durch das Umland verlegten, ließ die Region aufblühen. Von Köln aus über die Niederlande bis nach Boulogne sur- Mer an der französischen Atlantikküste hatten die Römer durch den Straßenbau dafür gesorgt, dass Truppen schnell und unproblematisch an verschiedene Brennpunkte bewegt werden konnten.

..so die Grundrichtung. Es gab Nebenstrecken und Knotenpunkte auf dem Weg.
Durch die Ausrottung des Stammes der germanischen Eburonen und die Neuansiedlung anderer germanischer Stämme wie z.B. der Ubier erreichten die Römer auch hier das Ziel der Befriedung des Landstrichs...

Soviel erstmal zur frühen Geschichte. Ich könnte ja darin versinken, meine Leser vielleicht nicht so. Deshalb ein anderes Mal mehr von dubiosen Machenschaften windiger Herzöge, vielleicht ein kleiner Abstecher an den Hof von Kaiser Karl um 800 herum, Kriegszeiten, Steinkohleabbau und die weitere Entwicklung bis hin zur ersten symbolischen Europastadt, zusammengesetzt aus Herzogenrath und....Fortsetzung folgt.

So, gleich 12.... wieder mal Zeit für 10 Minuten Hausarbeit. Ich freu mich.








1 Kommentar:

Elisabeth Palzkill hat gesagt…

Liebe Gabi,

ich wünsche dir gute Genesung.
Auf die Fortsetzung freue ich mich.

Sonnige Grüße
Elisabeth