Mittwoch, 29. Juli 2015

Endlichkeit.

In den Kommentaren unter meinem Post "Was ich suche" schrieb die liebe Astrid Ka: " Nur das Wissen um meine Endlichkeit, das bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf."

Dieser Satz hallt in mir nach. Weil es mir manchmal ganz genau so geht. Diese Gedanken überfallen einen gern mal ganz plötzlich, und dann muss man damit umgehen. Das ist sicherlich normal. Allerdings möchte ich gerne einen Weg finden, gut damit umzugehen.

...dieses Bild trifft es so gut: Hochspannung, das stimmt! Und auf jeden Fall jederzeit Lebensgefahr auf dem Weg des Lebens


Früher hatte ich einen beinahe unerschütterlichen christlichen Glauben. Diese Gedanken waren deshalb überhaupt kein Thema, denn nach dem Tod würde das ewige Leben anfangen. Alles war so viel einfacher, weil es für fast jede Frage eine Antwort gab, und für die, die nicht beantwortet werden können, muss man eben glauben. Jedenfalls: Keine Ängste. keine belastenden Gedanken.

Gut, wie so Viele einmal mit dem Hintern auf dem Boden der Tatsachen aufgetitscht, muss ich mich da erst mal neu kramen. Das dauert.

Was tun, wenn diese Gedanken einen überrollen? Was kann man dem entgegensetzen?
Ich glaube, man hat es leichter, wenn Kinder da sind, oder zumindest Schutzbefohlene. Man sollte und möchte in jeder Lebenslage Vorbild sein, und so versucht man es auch bei der Einstellung zum Älter werden, zu Krankheit und Tod. Man ist tough oder neudeutsch taff für die Kinder, und diese Einstellung hilft einem selbst auch sehr.



Ich glaube, Dankbarkeit ist sehr von Vorteil. Ich bin so dankbar dafür, dass ich die Schönheiten dieser Welt kennen lernen darf, dass ich bis heute schon lange genug lebe, um einige gute, wichtige Dinge erlebt zu haben, Und dass ich immer wieder die Wunder der Natur bestaunen kann....


Momentan gefällt mir der Gedanke, dass es sein könnte, dass die Seele nicht vergeht, sondern wie alles Andere auch wieder "recycled". Möglicherweise gibt es einen Ort, an welchem sich Seelen oder Lebensfunken sammeln, und von dort aus wandern sie wieder anteilig in neues Leben. Klingt ein bisschen esoterisch, und ist bei längerem drüber Nachdenken wohl auch nicht haltbar, aber würde zum Beispiel auch erklären, warum man manchmal meint, schon einmal gelebt zu haben, oder warum man zu manchen Menschen eine Art Seelenverwandtschaft spürt. Ach ja, man denkt drüber nach, sucht sich seine Werkzeuge damit umzugehen, und findet hoffentlich irgendwann mal eine feste Überzeugung, die einen trägt, wenn es denn mal Abschied nehmen heißt. Bis dahin versuche ich, zu lieben, zu staunen, zu genießen und dankbar zu sein....

Kommentare:

Elisabeth Palzkill hat gesagt…

Liebe Gabi,

man muss leben, egal, ob man glaubt oder nicht.
Wenn man glauben kann, ist es natürlich leichter.
Aber ändern kann man an allem nichts.

Ist deine Tochter dein jüngstes Kind?

Alles Liebe
Elisabeth

Pyrgus hat gesagt…

Ich habe dir eine mail geschrieben, liebe Elisabeth!