Samstag, 2. Januar 2016

in heaven- Abendhimmelblick

Wie schon so oft geschrieben, liebe ich den Blick aus meinem Wohnzimmerfenster. Wenn es Abend wird, senkt sich die Dunkelheit wie eine warme Decke über unser Städtchen. Von hier oben sieht alles wunderbar friedlich aus.











Oft, wenn ich dort stehe und schaue fallen mir Lieblingstexte ein. Heute war es Dieser aus der Elegie "Brod und Wein" von 
Friedrich Hölderlin (1770- 1843)



Rings um ruhet die Stadt...

Rings um ruhet die Stadt; still wird die erleuchtete Gasse,
Und, mit Fackeln geschmückt, rauschen die Wagen hinweg.
Satt gehn heim von Freuden des Tags zu ruhen die Menschen,
Und Gewinn und Verlust wäget ein sinniges Haupt

Wohlzufrieden zu Haus; leer steht von Trauben und Blumen,
Und von Werken der Hand ruht der geschäftige Markt.
Aber das Saitenspiel tönt fern aus Gärten; vielleicht, dass
Dort ein Liebendes spielt oder ein einsamer Mann
Ferner Freunde gedenkt und der Jugendzeit; und die Brunnen
Immerquillend und frisch rauschen an duftendem Beet.

Still in dämmriger Luft ertönen geläutete Glocken,
Und der Stunden gedenk rufet ein Wächter die Zahl.
Jetzt auch kommet ein Wehn und regt die Gipfel des Hains auf,
Sieh! und das Schattenbild unserer Erde, der Mond,
Kommet geheim nun auch; die Schwärmerische, die Nacht kommt,
Voll mit Sternen und wohl wenig bekümmert um uns,
Glänzt die Erstaunende dort, die Fremdlingin unter den Menschen,
Über Gebirgeshöhn traurig und prächtig herauf.

Meinen Abendhimmel verlinke ich zur Raumfee! Danke für die Aktion "in heaven", Katja!



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