Sonntag, 14. Februar 2016

in heaven! Put- Zen!

Nix los draußen. Grau in grau, Regen und Schneeregen wechseln sich ab. Also eigentlich ein schöner Tag, um endlich all die Dinge zu tun, die zu Hause so zu tun sind. Wenn... ja, wenn ich nicht so putzunwillig wäre zur Zeit. Ja, ich gebe zu: Es gibt Tage, an denen ich das Putzen müssen hasse. Wenn die Arbeit einem auf dem Weg auf das Sofa auflauert, die Staubflöckchen lustig tanzend Ringelrein spielen, die Betonitkörnchen fast einen neuen Bodenbelag bilden und das Badezimmer von hochglänzend auf schlierig kalkig geschaltet hat. Alles schreit unentwegt nach mir: "Putz mich! Wie sieht das denn aus! Du musst was tun!"

Und wenn das nicht hilft, gehen die inneren Maßregelungen los. Da fallen Wörter wie faul und undiszipliniert. Und wenn es soweit ist, dann ist es vorbei mit der Entspannung, dann gehe ich los und hole den Feudel.

Macht euch kein falsches Bild. Es ist niemals so wirklich dreckig hier. Eben das, was der normale Alltag so bringt. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin aufgewachsen in dem Bewusstsein, dass nur eine höchst ordentliche Hausfrau eine gute Frau sein kann. Dass der Wert eines Menschen auch nach seiner Fähigkeit, Ordnung und Sauberkeit zu schaffen, bemessen wird. Und dass derjenige, der besser putzen kann, der bessere Mensch ist. Fatal! Und gut, dass ich diese komische Denke mittlerweile durchschaut habe! Aber trotzdem toben noch die inneren Beurteiler um dieses Thema herum. Und so habe ich mir vorgenommen, ( wie ich es neuerdings immer mache), diesen Gedanken ein wenig Aufmerksamkeit zu zollen. Nicht wie immer, indem ich mit Stressgefühlen reagiere und mir den Sonntag madig machen lasse... nein, ich erkläre das leidige Putzen zum PUT- ZEN

rundherum grauer Himmel....

Zen ist die Lehre vom Zustand der meditativen Versenkung. Kurz gesagt, (falls das überhaupt geht), lehrt es zum Einen die Praxis der Meditation und zum Anderen das völlig selbstvergessene, konzentrierte Ausführen der Aufgaben des Alltags. Mit der Konzentration auf genau die Aufgabe, die man zu tun hat, ändert sich die Haltung und das Gefühl zur Selbigen. Anstelle die Arbeit schnell hinter sich bringen zu wollen, führt man sie mit einer gewissen Achtsamkeit und Wertschätzung aus. 
Wikipedia über Zen -klick-

auch die Katzen sind nicht begeistert,  obschon  sich im Garten schon die ersten Schneeglöckchen tummeln....
Es gibt Menschen hier im Raum, genauer gesagt einen, der würde mir, wenn ich ihm das so erklärte, einen Vogel zeigen. Aber mir hilft diese Art des Umdenkens, eine andere Haltung zu ungeliebten, aber nötigen anstehenden Aufgaben zu finden. Nicht schnell drüberfeudeln, sondern mit einem positiven Gefühl und einer gewissen Dankbarkeit eine Reinigung vollziehen, das ist schon etwas Anderes. Ist das bekloppt oder macht das Sinn? Für mich macht es einen Unterschied. Die Haltung ändert sich, und die inneren Kritiker verstummen nach und nach. Und das will ich erreichen.

Mein grauer Putzhimmel geht an die Raumfee Katja!



Kommentare:

Elisabeth Palzkill hat gesagt…

Liebe Gabi,

für Sauberkeit muss man sorgen. Man darf jedoch nicht übertreiben.
Im Laufe der zeit findet man das richtige Maß.

Frohe Sonntagsgrüße
Elisabeth

Sarah Hideaway hat gesagt…

Liebe Gabi,

Put-Zen! Wie herrlich! Gibt es das auch mit Aufräumzen? Dann wäre das mein Ding. Vielen Dank für diese Anregung zum Nachdenken. Ich habe gerade Freistunde, weil jemand abgesagt hat. Vielleicht gehört diese Stunde wirklich mir und ich gehe sie jetzt zen-mäßig an.
Danke dafür.
Deine Sarah

mme ulma hat gesagt…

so betrachtet bin ich beileibe kein guter mensch. unsere putzfrau dafür umso mehr. (keine investition hat so viel nachhaltigen frieden in unsere beziehung gebracht.)
dein wortspiel ist allerfeinst!