Mittwoch, 31. Mai 2017

Meine Gitarre.



Wenn sie erzählen könnte... sie hat schon viel gehört und gesehen! Wie ich schon mal schrieb, habe ich sie mir von meinem ersten Gehalt gekauft. Sorgsam ausgesucht im damals einzigen für mich erreichbaren Musikgeschäft. Ich war so gerne dort... bin manchmal einfach hin gefahren, um schon mal zu gucken. Und dann war es so weit! Stolz fuhr ich mit dem Bus, ich war noch nicht 18, meinen Schatz in dem funkelnagelneuen, schwarzen Koffer heim. 

Mein damaliger Gitarrenlehrer verpasste mir gleich einen Dämpfer:" Für so viel Geld hättest du dir lieber eine gekauft, die von einem Profi eingespielt wurde!" Kurz war ich verstimmt, aber dann war es mir egal. Konnte ihn eh nicht so gut leiden.... er hat immer meinen Kumpel Hanni bevorzugt: " Ihr seid beide gut aber der Hanni, der ist ein Naturtalent! Spiel das bitte noch mal, Hanni! Wahnsinn, du hast es im Blut!" Tja, was soll ich sagen. Irgendwann hörte ich auf, an den Hannihuldigungen teilzunehmen. ( Hanni, falls du dies liest, nix gegen dich!)

Auf ihr wurden Kinderlieder gespielt, Weihnachtslieder, wenn ich mit meinen Kindern vor der Bescherung an Heiligabend Kekse gegessen habe und Tee getrunken, und wie haben sie gesungen ob der Erwartung schöner Geschenke... :)
Auf ihr wurden seelenvolle Lieder gespielt und Lieder, die ein reiner und klarer Lobpreis waren für das, was ich damals als wahr erkannt hatte. Ich sang alleine zu ihren Klängen oder mit Vielen. In manchem Lied konnte ich mich so sehr verlieren, dass ich vor Tränen nicht weiter singen konnte. Sie begleitete mich auch in sehr traurigen Zeiten, und es war eine Art von Trost, diesen warmen Holzkörper im Arm zu halten, die vertrauten Klänge zu hören, sich den Frust von der Seele zu spielen.

Dann stand sie lange Zeit still im dunklen Koffer, ich hatte schlichtweg keine Zeit mehr für sie. Keine Zeit für sie hieß auch keine Zeit für mich, und ich entfernte mich ein ganzes Stück von uns beiden. Keine gute Zeit. Aber irgendwann holte ich sie wieder hervor, gab ihr einen Platz, wo sie die Aufmerksamkeit bekam, die ihr zusteht und nun begleitet sie mich weiter. In all den vielen Jahren hat sie nur eine ganz kleine Macke abbekommen, ich weiß gar nicht mehr, wie das passiert ist, nur noch, dass ich sehr traurig war. Aber das tut meiner Liebe keinen Abbruch. 

Vor Kurzem zeigte sie mir unmissverständlich, dass auch an ihr der Zahn der Zeit nagt und dass es endlich mal wieder Zeit sei für einen Satz neue Saiten! Mit einem lauten "Pling" riss das D, einfach so, mir nichts, dir nichts mitten am Tag. Der Satz Saiten ist bestellt, und am Wochenende bekommt sie das volle Verwöhnprogramm, versprochen! 

Von all dem Tand, den man nach meinem Ableben verwahren könnte, halte ich nix. Könnt ihr alles wegschmeißen, echt! Aber meine liebe Gitarre, die müsst ihr in Ehren halten. Denn ihr könnt sie ja auch spielen, da ist sie gut aufgehoben. 

Hab dich lieb, altes Stück Holz!

Sonntag, 14. Mai 2017

Das Radioteleskop in Effelsberg

Oder: Wie mein Mann mich heute sehr glücklich gemacht hat.




Astronomie ist eines meiner liebsten Themen. Leider bislang nur äußerst laienhaft, da ich über kaum Fachwissen verfüge und das Angelernte noch sehr lückenhaft ist. Aber ich lese und suche, ich schaue wo ich was lernen kann und möchte gern mehr vom Thema verstehen. Wie es mir möglich ist, eben.

Und da wir letzte Woche mal wieder, so ungefähr zum 100sten Male, den Film "Contact" gesehen haben,( mein absoluter Lieblingsfilm  nach der Vorlage des gleichnamigen Romanes, verfasst vom berühmten Astronomen Carl Sagan), habe ich wieder rumgequängelt, dass ich unbedingt mal ein echtes Radioteleskop sehen möchte, am Liebsten natürlich das ALMA in den Anden oder das Arecibo- Observatorium in Puerto Rico. 


Auf einmal sagt mein Mann ganz nebenbei:" Aber in Effelsberg warst du sicher schon, oder nicht?"
"Wiieeee? Was ist denn da?" "Nun, da steht ein nicht unerheblich großes Radioteleskop in der Gegend rum. Genau gesagt ist es sogar eines der beiden größten beweglichen Teleskope der Welt!"



Und das sagst du mir jetzt erst? Lange Rede, kurzer Sinn... heute waren wir dort, und ich war schlicht hin und weg. Dort zu stehen, dieses Bauwerk zu sehen und darüber nachzudenken, wofür es denn geschaffen wurde, war erhebend. 
Ich schreibe das so poetisch, aber in der Tat war das Gefühl erhebend, erhaben über die ganzen weltlichen Querelen, die  uns Tag für Tag ängstigen oder die Laune verderben. Hier geht es darum, das Große, Ganze zu verstehen. Etwas Übergeordnetes, etwas, was uns alle, die gesamte Menschheit betrifft. 



Und wie ich da so stehe und von einem Parallelleben als Astrophysikerin träume, fängt der Schirm an, sich zu bewegen! Was für ein Glück, dass wir gerade jetzt um diese Zeit da waren! Für mich ein echtes Erlebnis! 


Das Radioteleskop Effelsberg gehört zum Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Es wurde zwischen 1968 und 1971 von einer Arbeitsgemeinschaft des MAN Werks Gustavsburg und der Friedrich Krupp AG gebaut und am 1. August 1972 in Betrieb genommen. Die technischen Schwierigkeiten, ein Radioteleskop mit 100 m Durchmesser zu fertigen, rühren von der Verformung des Spiegels beim Bewegen und Kippen her, die die Konstruktionsstruktur der Parabolspiegel stört. In der Radioastronomie sind aber die geometrischen Eigenschaften solcher Spiegel ganz besonders interessant, weil die achsenparallel aufgefangenen Wellen alle in gleicher Phasenlage zum Brennpunkt reflektiert werden und damit maximale Verstärkung ermöglichen. Man hat daher mit Hilfe der Finite-Elemente-Methode die Konstruktion so berechnet, dass die in jeder Spiegelstellung und bei jeder Nachführbewegung eintretenden Verformungen des Spiegels wieder Paraboleigenschaften ergeben, so dass jeweils nur der Empfänger in den neuen Brennpunkt nachgefahren werden muss. Nach Fertigstellung des Radioteleskops konnte durch Messungen gezeigt werden, dass die ursprünglich angestrebte Toleranz des Spiegels von 1 mm deutlich unterschritten werden konnte. Derzeit (2012) beträgt die mittlere Abweichung vom idealen Paraboloiden weniger als 0,6 mm.
Die Tallage zwischen den umliegenden Bergen schützt das Teleskop weitestgehend vor irdischer Strahlung.[3] Sendestationen wurden aus dem Umfeld verbannt.
Etwa 45 % der Beobachtungszeit wird auswärtigen Astronomen zur Verfügung gestellt.
Quelle: Wikipedia

Wer gern weiterlesen möchte, weil ihn die Einsatzbereiche des Radioteleskopes interessieren, der wird hier auf der sehr guten Webseite fündig. 
Und sollte es Jemanden geben, den das Thema genau so interessiert wie mich, dann sei er hiermit an die "Sternengeschichten" von Dr. Florian Freistetter verwiesen. Der Mann erklärt sehr gut und die einzelnen Podcasts sind kurz und knackig!
Naja, und weil bei der ganzen Aktion auch der bleischwere Himmel eine Rolle gespielt hat, verlinke ich heute mal mit Katja Raumfees Aktion " in heaven"

Montag, 8. Mai 2017

Ein unerwartetes Geschenk.....

.... die Natur mit offenen Augen und offenem Herzen betrachten. Im Moment sein, keinen Druck und keinen Stress zulassen......



....mit und mit entdeckt man die kleinen und größeren Wunder, die uns tagtäglich umgeben. Die vollkommene Gestalt einer Blüte, die sich sonnenhungrig zum Himmel reckt...




... die kleinen Geschenke der Natur, über die man so leicht hinwegtrampelt, und die von Nahem betrachtet in ihrer Schönheit einmalig sind.....



... die Pflanzen und die Tiere, die gerade jetzt damit beschäftigt sind, ihren Nachwuchs aufzuziehen. Wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, und nicht den Spaziergang als etwas absolviert, was unbedingt um der Bewegung willen getan werden muss, wenn man sich einfach mal hinsetzt und schaut und beobachtet.....







... dann bekommt man nach einiger Zeit so langsam wieder eine Ahnung davon, warum einem die Welt als Kind so wundervoll und schön erschien, warum man es kaum erwarten konnte, draußen zu sein, und es beschleicht einen ein Gefühl von Ehrfurcht und, ja, von Demut.